NicaNotes ist ein Blog für Menschen, die zu Nicaragua arbeiten und/oder an Nicaragua interessiert sind, veröffentlicht vom NicaNotes (USA), einem Projekt der Allianz für globale Gerechtigkeit (AfGJ). Hier werden Nachrichten und Analysen aus dem Kontext der langen Geschichte des Nicaragua-Netzwerks in Solidarität mit der Sandinistischen Revolution veröffentlicht.
Deutsche Übersetzung Nicaragua-Forum HD e.V. - Das Nicaragua-Forum HD besteht aus Menschen mit unterschiedlichen Positionen zu den aktuellen Entwicklungen in Nicaragua. Deshalb geben die übersetzten Artikel natürlich auch nicht die Meinung aller Mitglieder wieder.
Ausgabe vom 25-06-2026
.Nicaragua und die fehlerhafte Bildung des us-amerikanischen Volkes – Erklärung der Delegation der Casa Ben Linder aus Bluefields, 2026
NicaNotes
Von US-Delegation„Wenn man das Denken eines Menschen kontrollieren kann, muss man sich keine Sorgen um seine Handlungen machen. Wenn man bestimmen kann, was ein Mensch denken soll, muss man sich keine Gedanken darüber machen, was er tun wird.“ Carter G. Woodson, „The Miseducation of the Negro“
Nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner First Lady Celia Flores durch die USA, nach der außergerichtlichen Tötung von Fischern vor der Küste des Landes sowie Drohungen, Ähnliches und noch Schlimmeres in Kuba zu tun, besuchte kürzlich eine Delegation aus den USA Nicaragua als Gäste der Casa Ben Linder.
Unsere Gruppe bestand hauptsächlich aus Pädagog*innen, Aktivist*innen und Künstler*innen und stammte aus so unterschiedlichen Bundesstaaten wie Montana und Kalifornien, wobei die Mehrheit aus Maryland kam. Vier von uns waren Mitglieder der Black Alliance for Peace.

Die Casa Ben Linder - Gruppe traf sich mit Lehrern vom Technologie-Zentrum in Bluefields
Unser Ziel war es, uns selbst ein Bild davon zu machen, welche Folgen das von der sandinistischen Regierung geleitete sozialistische Projekt für das nicaraguanische Volk hat. Diese Regierung war ursprünglich nach der Revolution von 1979 an die Macht gekommen, bei der der brutale von den USA unterstützte Diktator Anastasio Somoza gestürzt wurde.
Seit sozialistisch orientierte Regierungen in Kuba, Venezuela und Nicaragua an die Macht gekommen sind, ist die Bevölkerung der USA einer teuflisch wirksamen Propagandakampagne ausgesetzt, die darauf abzielt, sicherzustellen, dass kein anderes Land ihrem Beispiel folgt. Ein Beispiel dafür war die Reaktion des Freundes eines Delegationsmitglieds, als er von unserem Besuch erfuhr: „Ich würde gerne dorthin reisen, möchte aber nicht ins Gefängnis geworfen oder getötet werden, weil ich praktizierender Katholik bin.“
Es ist unsere Aufgabe, solche nachgeplapperten Falschdarstellungen zu bekämpfen.
Wir haben Folgendes und noch viel mehr erfahren:
Die Geschichte Nicaraguas ist geprägt vom antiimperialistischen Kampf, der bis zur Invasion durch den US-Söldner William Walker im Jahr 1856 zurückreicht, welcher die Sklaverei wieder einführte und sich selbst zum Präsidenten erklärte. US-Marines marschierten 1912 ein und besetzten das Land bis 1933. Der Widerstand von Augusto Sandino in den 1920er und 30er Jahren inspirierte Jahre später, im Jahr 1961, die Gründung der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN). Dieser Kampf führte schließlich 1979 zum Sturz der Somoza-Diktatur.
Präsident Daniel Ortega erinnerte die Menge in seiner Ansprache an die Nation vom Platz aus anlässlich der Feierlichkeiten zum 46. Jahrestag der sandinistischen Revolution am 19. Juli 2025: „Es ist das Prinzip, das unser General Sandino in unseren Herzen hinterlassen hat … als er den Yankees sagte: ‚Ich bin nicht käuflich und ich kapituliere nicht!‘“ Sandinos Vermächtnis, betonte Ortega, lebt in der Jugend, in den Arbeitern und in den Bauern weiter, die den Sozialismus in Nicaragua weiter aufbauen.
Nicaragua hatte seit der Revolution von 1979 nur 46 Jahre Zeit, um seine Infrastruktur im Dienste des eigenen Volkes auszubauen. Das Land hat einen ganz anderen Entwicklungsweg eingeschlagen als den, den die USA im selben Zeitraum förderten. Die ersten zehn Jahre wurden teilweise durch den von den USA unterstützten Contra-Krieg beeinträchtigt, der Nicaraguas Fortschritt zwar verlangsamte, aber nicht zum Stillstand brachte. In den folgenden 16 Jahren, beginnend im Jahr 1990, wurde Nicaragua von rechtsgerichteten neoliberalen Regierungen dominiert, die ideologisch der Unterstützung der US-Vorherrschaft in Lateinamerika verpflichtet waren und die Bereitstellung hochwertiger öffentlicher Dienstleistungen ablehnten. Diese Regierungen versuchten auch, die in der Verfassung gewährte Autonomie der karibischen Region auszuhebeln. Auch Bluefields gehört zur Karibik, dort lebt eine Mehrheit indigener und afro-stämmiger Bevölkerungsgruppen, darunter das Volk der Garifuna, das auf eine reiche und weitgehend unbekannte Geschichte des Widerstands zurückblicken kann.
Wenn man sich mit der Geschichte befasst, die das heutige Nicaragua geprägt hat – ähnlich wie Kuba, Venezuela und Kolumbien –, wird deutlich, dass sich ein Teil der revolutionären Tendenzen des Landes auf die Haitianische Revolution von 1804 zurückführen lässt.
Es ist leicht zu erkennen, dass nicht nur die US-amerikanische Darstellung des Landes offensichtlich falsch ist, sondern dass die US-Außenpolitik von Natur aus doppelzüngig und imperialistisch agiert und darauf abzielt, Raum für kapitalistische Interessen, politische Kontrolle und ihre hegemonialen Werte zu schaffen. Das Nicaragua, das wir vorfinden, ist ein Werk im Entstehen, und der Fortschritt ist gut: Die Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen liegt bei über 80 % und bei Jugendlichen bei über 90 %. Mehr als 99 % der Nicaraguaner haben Zugang zu Strom und 95 % zu fließendem Wasser. Die Hochschulbildung ist kostenlos, ebenso wie die Gesundheitsversorgung. Was wir hier sehen, ist nicht nur Fortschritt, sondern auch ein Vorbild, ein Modell, dem andere Länder nacheifern können.
Den Großteil der Zeit verbrachte unsere Gruppe an der Karibikküste, insbesondere in der Region Bluefields. Diese Region war im Laufe ihrer Geschichte bis 1979 wirtschaftlich und kulturell von der Pazifikküste abgeschnitten. In der Region leben sechs große ethnische Gruppen, darunter indigene und afro-stämmige Bevölkerungsgruppen. Diese Gruppen wurden vom Staat bis 1987 nicht rechtlich anerkannt; erst dann verabschiedete Nicaragua eine neue Verfassung, die die Nation als multiethnisch definierte. Dieser Prozess wurde von der sandinistischen Bewegung angestoßen. Die sandinistische Bewegung war an der Basis so stark, dass eine neoliberale Regierung, die 1990 die Präsidentschaft gewann und versuchte, die dieser Region gewährte Autonomie rückgängig zu machen, nicht genügend Stimmen aufbringen konnte, um den verfassungsrechtlichen Schutz aufzuheben.
In den vergangenen 19 Jahren, seit 2007, als die Sandinistische Front wieder an die Macht kam, verzeichnet das Land langsame, aber stetige Fortschritte beim Aufbau von Infrastruktursystemen, die der nicaraguanischen Bevölkerung dienen.
Wir haben beobachtet, wie auf allen Bildungsebenen dafür gesorgt wird, dass die indigene Kultur geachtet und (von der Sprache bis zur traditionellen Medizin) in den Lehrplan einbezogen wird. Dies zeigt sich daran, dass Schüler und Schülerinnen auf Wunsch ihre Referate in ihrer indigenen Sprache statt in der imperialen Sprache Spanisch halten können. Ein weiteres Zeichen für das Engagement des Landes zur Verteidigung seiner Revolution ist die Pflichtlektüre von Kwame Nkrumahs „Neokolonialismus: die letzte Stufe des Imperialismus“.
Im Einklang mit dem indigenen Erbe des Landes versteht und untersucht Nicaragua das Ökosystem und die Beziehung der Menschen zur Umwelt. In Überschwemmungsgebieten stellt die Regierung angepasste Unterkünfte bereit, anstatt die Bewohner umzusiedeln. Mit anderen Worten: Die Gemeinden wurden nicht gentrifiziert, wie es in ähnlichen Stadtvierteln in den USA der Fall ist. Die Häuser sind so konzipiert, dass sie steigenden Wasserständen standhalten. Nicaragua hat zudem in den letzten 20 Jahren sein Energie- und Stromnetz durch erneuerbare Energien wie Geothermie, Solarenergie, Biokraftstoffe und Windkraft diversifiziert. Erneuerbare Energien decken mittlerweile bis zu 80 % des Strombedarfs Nicaraguas.
Trotz des enormen Erfolgs und seiner von der Basis ausgehenden Regierungsstruktur wurde Nicaragua – ebenso wie Venezuela und Kuba – hart von den illegalen einseitigen Zwangsmaßnahmen der USA getroffen (einschließlich eines Embargos gegen Kuba und Sanktionen gegen alle drei Länder). Den Sandinisten ist es geschickt gelungen, die Schuldenfallen des Internationalen Währungsfonds (IWF) – besser bekannt als „Strukturanpassungsprogramme“ – zu umgehen, die sie bei ihrer Rückkehr an die Macht im Jahr 2007 verworfen haben, und sie haben sich mit einer Wirtschaftsstrategie, bei der das Volk an erster Stelle steht, über Wasser gehalten.
Das US-Außenministerium hat kürzlich eine weitere Runde von Sanktionen gegen Ortega sowie gegen seine Familienangehörigen und andere Personen aus seinem engsten Umfeld verhängt. Trotz dieser unerbittlichen US-Maßnahmen, Propaganda und Putschversuche hat Nicaragua weiterhin eine souveräne, würdevolle Gesellschaft aufgebaut, die sich an den Bedürfnissen ihrer Bevölkerung orientiert.
Trotz der Fortschritte – oder sollten wir sagen: gerade wegen der Fortschritte – wurde 2018 ein von den USA unterstützter Putschversuch unternommen. Die bewaffnete Opposition errichtete Straßensperren und terrorisierte die Bevölkerung, was zu etwa 270 Todesopfern führte. Die von den US-Mainstream-Medien verbreitete Darstellung gab der sandinistischen Regierung die Schuld daran. Unabhängige journalistische Recherchen haben jedoch die Erkenntnisse der nicaraguanischen Kommission für Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden bestätigt, wonach die US-Regierung die Gewalt über die üblichen Verdächtigen finanzierte: die US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID), die National Endowment for Democracy (NED) und das International Republican Institute (IRI) – allesamt Instrumente, die eingerichtet wurden, um offen das zu tun, was die Central Intelligence Agency (CIA) bisher verdeckt getan hat. Die Ermittlungen und Augenzeugenberichte belasten zudem katholische Priester als Anstifter der Gewalt im Rahmen des Putschversuchs.
Nach der Rückkehr der Sandinisten an die Regierung im Jahr 2007 finanzierten die USA eine Desinformationskampagne, die sich sowohl an die nicaraguanische als auch an die US-amerikanische Bevölkerung richtete. Die US-Mainstream-Medien plappern diese Propaganda nach und dienen so als „Stenographen des Imperiums“.
Die USA finanzierten zudem Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Thinktanks, die oppositionelle Persönlichkeiten buchstäblich bezahlten. Mit Mitteln der NED förderten die USA Propagandaprogramme für nicaraguanische Jugendliche. Deren Leiter Kenneth Wollack prahlte am 14. Juni 2018 vor dem Kongress buchstäblich mit dieser Arbeit und erklärte, man habe Gruppen finanziert und 8.000 Jugendliche geschult, um am Aufstand teilzunehmen.
Im selben Jahr verabschiedeten die USA eine erste Runde von Sanktionen, den sogenannten Nica Act. Unter Präsident Biden wurden dann weitere Sanktionen beschlossen, was den parteiübergreifenden Charakter der imperialistischen Bemühungen der USA um einen Regimewechsel verdeutlicht.
Seit 2021 wurden zahlreiche katholische Priester verhaftet. So wurde beispielsweise Bischof Rolando Alvarez wegen Hochverrats und Geldwäsche angeklagt und verurteilt. Im Fall Alvarez wurden seine zahlreichen privaten Medien geschlossen, nachdem sie dazu genutzt worden waren, Geld zu waschen, um Straßengewalt zu finanzieren und damit die Destabilisierungsversuche von 2018 und danach zu schüren. Im Jahr 2023 fanden Ermittler der nicaraguanischen Polizei 500.000 US-Dollar in bar in Säcken in mehreren Kirchengebäuden. Es wird vermutet, dass diese Gelder dazu bestimmt waren, weitere Versuche zum Sturz der gewählten sandinistischen Regierung zu finanzieren. Die Priester wurden schließlich in die Obhut des Vatikans entlassen.
Nicaragua ist ein Vorbild für die Welt, wie man Menschenrechte verteidigt, ohne auf die Zerstörung durch Krieg oder Sanktionen zurückzugreifen. Nicaragua redet nicht nur über die internationale Rechtsstaatlichkeit, sondern nutzt auch die bestehenden Strukturen, um Länder für ihre Handlungen zur Rechenschaft zu ziehen. Nicaragua gewann 1986 seinen Prozess gegen die USA vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) und hat den Weltgerichtshof in jüngerer Zeit genutzt, um Seegrenzenstreitigkeiten mit Kolumbien beizulegen. Es war auch das erste Land, das sich der Klage Südafrikas vor dem IGH anschloss, um die israelische Regierung für ihre Verstöße gegen die Völkermordkonvention im Gazastreifen zur Rechenschaft zu ziehen. Am 1. März 2024 reichte Nicaragua beim IGH Klage gegen Deutschland ein, weil dieses zum Völkermord im Gazastreifen beigetragen habe.
Nicaragua baut neue, von gegenseitigem Respekt geprägte Beziehungen zu vielen anderen Ländern auf: insbesondere zu China, Russland und dem Iran. Russland hat Nicaragua beim Aufbau einer Impfstoffproduktion unterstützt, wie zum Beispiel bei dem nun vor Ort hergestellten Grippeimpfstoff. Die Zusammenarbeit mit China begann im Dezember 2021, als Nicaragua anerkannte, dass es nur ein China gibt. Nicaragua und China haben ein Freihandelsabkommen unterzeichnet, das im Januar 2024 in Kraft trat. China hat Nicaragua mehr als 500 Busse gespendet.
Nächsten Monat feiert das Land den 47. Jahrestag der sandinistischen Revolution. Hunderttausende Nicaraguaner werden die Straßen von Managua und vielen anderen Städten im ganzen Land füllen, um zu feiern. Sie werden ihre Unterstützung für diese lebendige Revolution bekräftigen – einen fortwährenden Prozess der nationalen Befreiung, des antiimperialistischen Widerstands und des sozialen Wandels, der 1979 mit dem Sieg über die von den USA unterstützte Somoza-Diktatur begann.
Für die Zukunft haben sich vier Mitglieder der Delegation, die am Montgomery College in Maryland lehren, dazu verpflichtet, Partnerschaften für den Austausch von Lehrkräften und später auch von Studierenden mit Universitäten in Nicaragua aufzubauen.
Aufgrund unserer Beobachtungen und Gespräche mit der Bevölkerung Nicaraguas sind wir zu dem Schluss gekommen, dass der beste Weg, Solidarität mit der sandinistischen Revolution in Nicaragua zu zeigen, dem sehr ähnlich wäre, wie es auch bei Venezuela und Kuba der Fall sein sollte. Das heißt, wir müssen unsere antiimperialistischen, antikolonialistischen, antikapitalistischen und gegen die Vorherrschaft der Weißen gerichteten Bemühungen in der politischen Bildung der US-amerikanischen Öffentlichkeit intensivieren und so gut wie möglich organisierte materielle Hilfe leisten.
Neben der Widerlegung falscher Propaganda über die sandinistische Bewegung ist es unsere Aufgabe, die Errungenschaften aufzuzeigen, die sie trotz der Tatsache erzielt hat, dass sie im Fadenkreuz des US-Imperialismus steht.
VIVA Nicaragua! Lang lebe die sandinistische Revolution!!!!!
14. Juni 2026
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Kurzmeldungen aus Nicaragua vom 14-05-2026
Von Nan McCurdy
.COMUPRED reagiert auf Sturmschäden in Siuna
Der Fluss Matiz trat kürzlich aufgrund heftiger Regenfälle über die Ufer und beschädigte die La-Bomba-Brücke auf der Straße nach Uly in Siuna in der Autonomen Region der Nordkaribik. Das Wasser floss über das Bauwerk und verursachte Schäden. Die Anwohner haben sich daran gemacht, Äste, Schlamm und Steine zu beseitigen, um die Straße wieder für den Verkehr freizugeben. Das Bürgermeisteramt von Siuna hat in einer sofortigen und koordinierten Reaktion gemeinsam mit COMUPRED (Kommunaler Ausschuss für Katastrophenhilfe, -minderung und -prävention) und der politischen Führung des Stadtteils Miguel Alvarado Personal an kritische Stellen entsandt, um die Schäden zu beheben, die durch die starken Regenfälle zwischen dem 21. und 22. Juni verursacht wurden. Derzeit leiten Teams in Zusammenarbeit mit der Nationalen Straßenpolizei den Verkehr, um Unfälle zu verhindern, und räumen Trümmer weg sowie säubern den Bereich um die La-Bomba-Brücke, um weitere Schäden oder Überschwemmungen zu verhindern, falls die Regenfälle anhalten sollten. Siehe Fotos: https://radiolaprimerisima.com/2026/06/22/comupred-atiende-afectaciones-por-lluvias-en-siuna/ (La Primerisima, 22. Juni 2026)
.Nicaragua übernimmt den Vorsitz im Karibischen Ministerrat
Nicaragua wurde während der 31. ordentlichen Sitzung des Ministerrats der Vereinigung karibischer Staaten (ACS) in der Republik Panama einstimmig zum Vorsitzenden des Ministerrats der ACS für die Amtszeit 2026–2027 gewählt. Die ACS ist eine Organisation, die sich aus 25 Mitgliedstaaten mit Küsten an der Karibik zusammensetzt, und sie ist eines der wichtigsten Foren in der Region zur Stärkung des Dialogs und der Zusammenarbeit zum Wohle der Völker der Großkaribik. Die Delegation der nicaraguanischen Regierung bestand aus Olimpia Ochoa, Staatssekretärin für Außenkooperation im Außenministerium, und Carlos Midence, Nicaraguas Botschafter in Panama.
Während der Zeremonie zur Übergabe des Vorsitzes des ACS-Ministerrats brachte die nicaraguanische Delegation ihren Dank für das ihr von den Mitgliedern der Vereinigung entgegengebrachte Vertrauen zum Ausdruck und bekräftigte ihr Engagement für die Förderung einer Agenda, die auf den Grundsätzen des gegenseitigen Respekts, der souveränen Gleichheit der Staaten, der Komplementarität und der solidarischen Zusammenarbeit basiert, mit dem Ziel, eine Vereinigung zu festigen, die zunehmend dynamisch, effektiv und auf die Bedürfnisse ihrer Völker abgestimmt ist. (La Primerisima, 22. Juni 2026) Geburtstag von Carlos Fonseca mit Gesundheitsveranstaltungen gefeiert
Am 23. Juni veranstaltete das Gesundheitsministerium eine Reihe von Aktivitäten zur Feier des 90. Geburtstags von Carlos Fonseca, dem Führer und Gründer der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront. Fonseca wurde im Stadtteil El Laborío in der Stadt Matagalpa geboren.
In der Gemeinde Boca de Piedra in der Gemeinde Waslala (Matagalpa) fand eine groß angelegte Gesundheitsmesse statt, bei der mehr als 2.000 Menschen durch Sprechstunden in den Bereichen Orthopädie, Geburtshilfe und Gynäkologie, Pädiatrie sowie Innere Medizin medizinisch versorgt wurden. Es wurden Ultraschalluntersuchungen, Pap-Abstriche und Laboruntersuchungen durchgeführt. In zehn Gemeinden des Departements Matagalpa fanden Gesundheitsmessen statt, bei denen mehr als 3.000 Menschen durch Sprechstunden in den Bereichen Innere Medizin, Pädiatrie, Gynäkologie, Zahnmedizin, Allgemeinmedizin sowie durch Ultraschalluntersuchungen, Laboruntersuchungen und Impfungen versorgt wurden. Diese Leistungen wurden in den folgenden Gesundheitseinrichtungen erbracht: Eine Gesundheitsmesse zum Thema Augengesundheit mit der Ausgabe von Medikamenten und Brillen im Augenheilkundezentrum „Comandante Carlos Fonseca“ in der Gemeinde Matagalpa, bei der mehr als 500 Menschen versorgt wurden; eine medizinische Brigade zur Durchführung von Prostata-Ultraschalluntersuchungen, zur innermedizinischen Versorgung und zur Durchführung von Laboruntersuchungen in der Poliklinik „Trinidad Guevara“ in der Gemeinde Matagalpa, die mehr als 500 Patienten versorgte; ein Festival zur Hörgesundheit von Kindern im Nationalen Zentrum für Audiologie und Sprachtherapie „Carlos Fonseca“, das sich im Rehabilitationskrankenhaus „Aldo“ befindet, bei dem mehr als 100 Kinder versorgt wurden.
Darüber hinaus fanden in Managua und León Gesundheitsmessen und kulturelle Aktivitäten statt, bei denen mehr als 700 Menschen im Gesundheitszentrum „Villa Carlos Fonseca“ in der Gemeinde Villa El Carmen, Managua, versorgt wurden. Schließlich fand im Comandante-Hilario-Sánchez-Vásquez-Krankenhaus in der Gemeinde Masaya eine Facharztmesse statt, bei der mehr als 300 Patienten versorgt wurden und Ultraschalluntersuchungen, Verdauungsendoskopien sowie Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krebsvorstufen im Verdauungstrakt angeboten wurden. (La Primerisima, 22. Juni 2026)
.Fachärzte lernen neue Methoden zur Krebsbekämpfung kennen
Spezialisten der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) aus Argentinien [wo die IAEO über vier Einrichtungen verfügt] vermitteln moderne Strahlentherapietechniken im Rahmen eines nationalen Workshops zur Behandlung von Krebspatienten, der fortgeschrittene Strahlentherapie- und Radiochirurgietechniken umfasst. Zu den Teilnehmern dieses Workshops zählen Strahlentherapeuten, Medizinphysiker und Strahlentherapie-Techniker. Die Fortbildung findet vom 23. bis 26. Juni im Nationalen Zentrum für Strahlentherapie „Nora Astorga“ statt. Das Gesundheitsministerium setzt sich dafür ein, eine spezialisierte Versorgung – unter Einsatz präziser Verfahren und modernster Technologie – zu gewährleisten und Familien im Kampf gegen den Krebs zu unterstützen. (La Primerisima, 23. Juni 2026)
.Pläne zur territorialen Abgrenzung an der Karibikküste werden geprüft
Mit dem Ziel, Familien Sicherheit zu geben und die Grenzen der Gemeinschaftsflächen zu sichern, nahm der Autonome Regionalrat der südlichen Karibikküste (CRACCS) an einem wichtigen Arbeitstreffen mit der Nationalen Kommission für Abgrenzung und Titulierung (CONADETI) teil. Die Behörden prüften Pläne für die Aufstellung von Grenzmarkierungen (aus Stein oder Beton) und Schildern, die die Grenzen zwischen indigenen und afro-stämmigen Gebieten klar definieren. Diese Maßnahme zielt darauf ab, Konflikte zu verhindern, die Landbewirtschaftung zu verbessern und die Achtung der Eigentumsrechte indigener Völker zu gewährleisten. An dem Treffen nahmen Vertreter verschiedener Kommunalverwaltungen teil, darunter die Territorialregierung von Awaltara Luhpia Nani Tasbaya. Deren Präsidentin, Socorro Galagarza, bezeichnete das Treffen als sehr positiv und betonte, dass der Schlüssel zum Erfolg in koordinierten Bemühungen liege. „Die Kommunikation zwischen regionalen, territorialen und nationalen Behörden ist unerlässlich, um unsere Landrechte weiter zu festigen“, merkte sie an. Zum Abschluss des Treffens bekräftigten alle teilnehmenden Institutionen ihr Engagement für die weitere Zusammenarbeit. (La Primerisima, 23. Juni 2026)
Nicaragua: Laut IDB regionaler Spitzenreiter bei den Exporten
Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) hat Nicaragua als regionalen Spitzenreiter bei den Exporten eingestuft: Platz zwei in Lateinamerika und Platz eins in Mittelamerika, mit einem Wachstum von 42,3 % (ca. 42,5 %) im ersten Quartal dieses Jahres. Diese Leistung übertrifft den regionalen Durchschnitt bei weitem und bestätigt die Stärkung der nationalen Wertschöpfungsketten. Hinzu kommen hervorragende Nachrichten hinsichtlich der Preisentwicklung: Nach Angaben des Nationalen Instituts für Entwicklungsinformation (INIDE) lag die Inflation im Mai 2026 bei minus 0,08 %, was auf einen Rückgang der Preise für lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen hindeutet und somit die Kaufkraft der nicaraguanischen Familien stärkt sowie die makroökonomische Stabilität gewährleistet. Ergänzt werden diese Erfolge durch weitere positive Indikatoren, wie beispielsweise die Brutto-Währungsreserven, die mit über 9,7 Milliarden US-Dollar ein Rekordniveau erreicht haben. Die nicaraguanische Wirtschaft entwickelt sich stetig weiter: Die Inflation ist unter Kontrolle, es entstehen neue Arbeitsplätze und ausländische Direktinvestitionen werden angezogen, wodurch sich das Land trotz des komplexen internationalen Kontexts als eine der dynamischsten Volkswirtschaften der Region positioniert. (Informe Pastran, 19. Juni 2026)
Zentralbank veröffentlicht vierteljährliches BIP für das erste Quartal 2026
Das vierteljährliche Bruttoinlandsprodukt Nicaraguas verzeichnete ein solides Wachstum von 6,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dieses Ergebnis spiegelt die Dynamik der Schlüsselsektoren der Realwirtschaft wider, die von öffentlichen und privaten Investitionen, der inländischen Produktion und dem Tourismus angetrieben wird, wodurch das produktive Wirtschaftsmodell des Landes gefestigt wird. Bergbau und Steinbrüche gehörten zu den wichtigsten Triebkräften und verzeichneten dank der gesteigerten Förderung von Gold, Silber, Schotter, Gips, Tuff, Salz und Bimsstein ein starkes Wachstum von 24,0 % (15,3 % im Jahresdurchschnitt). Dieser Sektor unterstreicht weiterhin seine Bedeutung für die Exporte und die Deviseneinnahmen.
Das Baugewerbe verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum von 16,7 % bei einem Jahresdurchschnitt von 22,4 %, das sowohl vom privaten als auch vom öffentlichen Bau getragen wurde. Im privaten Sektor wurden Zuwächse im Wohnungsbau, im Dienstleistungssektor und im Handel verzeichnet, während im öffentlichen Bauwesen Tiefbauprojekte und Nichtwohngebäude auffielen, was den Fortschritt bei der nationalen Infrastruktur widerspiegelt. Der Handel wuchs um 15,8 % (im Jahresdurchschnitt um 11,5 %), angetrieben von einer starken Entwicklung im Groß- und Einzelhandel, was auf eine zunehmende Wirtschaftstätigkeit und einen steigenden Binnenkonsum hindeutet.
Die Zentralbank stellt fest, dass das Wachstum von 6,1 % im ersten Quartal das des Vorquartals übertrifft und von Aktivitäten getragen wird, die Arbeitsplätze schaffen, Investitionen anziehen und die Währungsreserven stärken. Sektoren wie Bergbau, Bauwesen, Handel, Tourismus und Finanzdienstleistungen sind weiterhin die Säulen der produktiven Entwicklung. (Informe Pastran, 19. Juni 2026)
Ko-Präsidentin Murillo in einer Kolumne in „La Primerísima“ gelobt
In einer Kolumne in „La Primerísima“ vom 22. Juni lobte Xavier Diaz vom Rat für Kommunikation und Bürgerschaft die Leistungen der Ko-Präsidentin Rosario Murillo. Seit Beginn der neuen Amtszeit der FSLN im Jahr 2007, so Diaz, habe die Ko-Präsidentin Murillo die Öffentlichkeit ausführlich über die Politiken, Strategien und Maßnahmen informiert, die im Plan zur Armutsbekämpfung für menschliche Entwicklung als Vision für die Nation dargelegt sind. Er wies darauf hin, dass ihr akribisches Engagement für die öffentliche Kommunikation auf Gegenseitigkeit beruht; sie sei in der Lage, zuzuhören, zu reagieren und die Unterstützung durch die territorialen Einheiten der Bürgerkabinette zu koordinieren, um den Bedürfnissen der Menschen, insbesondere der schutzbedürftigen Gruppen, gerecht zu werden. Auf diese Weise sei es ihr gelungen, eine Vielzahl von Akteuren in den Vordergrund zu rücken, die traditionell anonym und ohne Anleitung geblieben waren, und ihnen so zu ermöglichen, ihre sozialen, materiellen und spirituellen Werte, die mit den spezifischen Merkmalen jeder lokalen Initiative zur menschlichen Entwicklung verbunden sind, zu entdecken, daran teilzuhaben und sie weiterzuentwickeln. Infolgedessen, so Diaz, habe das öffentliche Bewusstsein zugenommen, ebenso wie die Fähigkeit der Bevölkerung, die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Informationen des Landes besser zu interpretieren. Weiterlesen: https://radiolaprimerisima.com/2026/06/22/estatura-moral-de-rosario/ (La Primerísima, 22. Juni 2026)
Johnny Hodgson: Der Mai feiert die Kultur und Identität der karibischen Völker
La Primerísima interviewte Johnny Hodgson, einen Ingenieur, der als Präsidialbeauftragter für die Autonome Region Südkaribik fungiert. Der karibische Politiker sprach über das „Mayo Ya“-Festival, das die Fruchtbarkeit, die Freude, die Kultur und die Identität der afro-stämmigen Gemeinschaften in der Karibik feiert. Den ganzen Mai über, so sagte er, finden Veranstaltungen statt, die die Geschichte, Traditionen, Legenden, Malerei, Poesie, Küche und Tänze der kreolischen, Miskito-, Ulwa-, Rama- und Mestizo-Gemeinschaften von Bluefields präsentieren. Er erklärte: „Der Palo de Mayo ist ein Hoftanz, der allmählich zu verschwinden begann, als sich der Gesellschaftstanz durchsetzte und einige puritanische Regierungen, wie beispielsweise die englische, ihn verboten.“
Hodgson sagte: „Im Jahr 1787 übernahmen Kreolen afrikanischer Herkunft an der nicaraguanischen Karibikküste den Palo de Mayo und verwandelten ihn, und wir begannen, ihn auf unsere eigene Weise aufzuführen – mit unseren eigenen Instrumenten, unseren eigenen Rhythmen und unseren eigenen Liedern.“ Er erklärte, dass die Lieder des Palo de Mayo Geschichten aus dem Alltag, von Tragödien, Untreue und Freuden erzählen. Sie vermitteln zudem die Bedeutung des Pfahls, der Farben und des Tanzes. Hodgson erläuterte den Unterschied zwischen dem Palo de Mayo und dem Mayo Ya. Der Mayo Ya entstand nach dem Sieg der Revolution im Jahr 1979 als eine Form der Anerkennung der Kulturen und Traditionen der Völker der Karibikküste; es war der Dichter Carl Rigby, der den Namen vorschlug. Hodgson hob die enormen Veränderungen hervor, die die Karibik insgesamt unter der Sandinistischen Front in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Energie, Sport, Kommunikation und Straßenbau durchlaufen hat – „Projekte, die nur dank der Revolution möglich waren.“ (La Primerisima, 6. Mai 2026)
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