Nachricht von Partnern aus Nicaragua zur aktuellen Situation
Deutsche Übersetzung: Nicaragua-Forum HD e.V.
Ausgabe vom 12.02.2025
Nicaragua bricht zum Jahresbeginn Export-Rekorde

Nicaraguas Exporthafen Corinto - Foto: Radio La Primerisima
Nicaragua verzeichnet in den ersten Wochen des Jahres 2026 ein beispielloses Wachstum bei den Exporten von Kaffee, Fleisch, Zucker und Melasse. Als Gründe für die auffällige Steigerung werden strenge Qualitätszertifizierungen und die Erschließung neuer internationaler Märkte genannt.
Ricardo Somarriba, Geschäftsführer des Instituts für Schutz und Gesundheit in der Landwirtschaft (IPSA), ist das Wachstum ein Ergebnis der direkten Begleitung der Produzenten mit strengen Gesundheitszertifizierungsprozessen. Dadurch werde die Qualität der nationalen Produkte auf den anspruchsvollen internationalen Märkten gewährleisten und Nicaragua als Exportland in der Region gestärkt.
Bei den Exporten von Rindfleisch gab es zum Jahresbeginn ein Wachstum von 86 Prozent, bei dem Export des dunkelbrauner Zuckersirup (Melasse) kam es zu einem Sprung von 463 Prozent. Somarriba erklärte zur Qualitätssicherung, dass das Land über ein Netzwerk international akkreditierter Labore verfüge, die sowohl den Export als auch für den Verbrauch der nicaraguanischen Bevölkerung stetig untersuchen.
Nicaragua hatte auch das Jahr 2025 mit einem neuen Rekord im Außenhandel abgeschlossen. Laut dem Jahresbericht des Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Handel (MIFIC) stiegen die Gesamtexporte auf den Wert von 8,7222 Milliarden Dollar, womit erstmals die 8-Milliarden-Dollar-Marke überschritten wurde.
Laut MIFIC hat sich Rohgold mit 22,7 Prozent am Gesamtexport und dem Wert von 1,971 Mrd. US-Dollar als wichtigstes Produkt etabliert. Von den exportierten 19,9 Tonnen gingen 51 Prozent in die Vereinigten Staaten, 44 Prozent nach Kanada, 4 Prozent in die Schweiz und 1 Prozent in die Europäische Union (EU).
An zweiter Stelle steht Bekleidung mit 1,7 Mrd. US-Dollar, die im Wesentlichen in Weltmarktfabriken gefertigt wird. 82 Prozent davon wurden in die USA, 16 Prozent nach Mittelamerika, 1 Prozent in die EU und 1 Prozent nach Mexiko geliefert. An dritter Stelle folgte Rindfleisch mit 961 Millionen US-Dollar und 142.512 Tonnen Exporten. Dieses ging vor allem in die USA, auf den mittelamerikanischen Markt und nach Mexiko. Die Exporte von Rohkaffee beliefen sich auf insgesamt 918,4 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 75,1 Prozent entspricht. Die Hauptmärkte dafür waren die EU mit 41 Prozent und die USA mit 36 Prozent.
Dem von der Regierung verfolgten Ziel einer Diversifizierung der Exporte kam sie nur begrenzt näher. Laut dem Bericht des MIFIC gingen 46,3 Prozent des Gesamtvolumens in die Vereinigten Staaten, 12,2 Prozent nach Mexiko, 10,7 Prozent nach Kanada und 6,9 Prozent in die EU. Da Nicaragua sich weitgehend selbst mit Nahrungsmitteln versorgt (2025 90 Prozent Selbstversorgung), führen die Exporte zu keinem Mangel an Nahrungsmitteln im Land.
Die Exporte Nicaraguas in die Volksrepublik China erreichten im Jahr 2025 den Wert von 102,4 Millionen Dollar, was laut den Angaben des MIFIC einem Wachstum von 24,8 % gegenüber den 82,1 Millionen Dollar im Jahr 2024 entspricht.
Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) schätzte in ihrem im Januar veröffentlichten Bericht, dass die Exporte Nicaraguas im Jahr 2025 um 15,5 % gestiegen sind. Auch sie beschreibt, dass die Exporte aus Lateinamerika vor allem durch höhere Verkäufe von Metallen – insbesondere Gold, Kupfer und Silber und durch den agroindustriellen Sektor mit Zuwächsen bei Produkten wie Kaffee, Kakao, Obst und Fleisch angekurbelt wurden. Laut den Zahlen im aktuellen Bericht zählt Nicaragua zu den führenden Exportländern in der Subregion Mittelamerika und Dominikanische Republik.