Meldungen aus Nicaragua vom 23.08.2011
- Electoral Council releases observation rules
- Election campaign officially opens
- Monkey Point port again moves forward
- Mobilität ein Problem in Managua
- Preserving the Mayangna language
- Regierung stabilisiert den Getreidepreis
- Neues über den Export
Mobilität ein Problem in Managua
Trotz des Gesetzes 202 von 1995 und des kürzlich beschlossenen Gesetzes 763 sehen sich körperlich Behinderte in Nicaragua beim Zugang zu Regierungsgebäuden, Parks und anderen öffentlichen Räumen sowie zu Banken und anderen Geschäften in Managua immer noch ernsthaften Schwierigkeit gegenüber, wie eine Studie durch die in Managua ansässigen Vereinigung Körperbehinderter (ADIFIM) feststellte. Bei der Untersuchung für die Studie testete 1.053 Zugänge in Managua zu Bussen und öffentlichen Räumen wie Schulen und den Nationalen Palast der Kultur. Die Studie fand heraus, dass zwar viele Gebäude die erforderliche Rampe für den Rollstuhl-Zugang aufweisen, aber es für einen Rollstuhl-Fahrer unmöglich ist, sich innerhalb der Gebäude zu bewegen, wenn er einmal drinnen ist. Die Studie besagt, dass nur 38 % der öffentlichen Räume von Managua für Behinderte zugänglich sind, im Vergleich zur internationalen Norm von 75 %. Eine halbe Million Nicaraguaner haben Körperbehinderungen. (La Prensa, 16., 18. Aug.)
Regierung stabilisiert den Getreidepreis
Der Getreidepreis auf Managuas Märkten fiel letzte Woche um 25-40 % wegen der bevorstehenden Ankunft einheimischen Ernten aus den Westlichen und und den Autonomen Gebieten und wegen der Genehmigung der Sandinistischen Regierung, 2.000 metrische Tonnen auf nicht-transgene Weise produziertes Getreide aus Mexiko und Honduras einzuführen. Die Hälfte des Getreides wurde von der Regierungsstelle ENABAS importiert, um die ärmsten Familien Nicaraguas zu unterstützen und die andere Hälfte durch private Unternehmen. Handelsminister Orlando Solorzano sagte, dass Nicaraguas Getreide- und Bohnenproduktion im Laufe des letzten Jahres um 15% gestiegen sei.
Die Sandinistische Regierung autorisierte die zollfreie Einfuhr von 8.000 metrischen Tonnen Mais für die Geflügel-Industrie wegen der ungenügenden heimischen Versorgung. Solorzano sagte, „Es ist die Politik der Regierung, die Kosten der Geflügel-Produktion nach unten zu drücken, weil es eines der grundlegenden Nahrungsmittel unserer Bevölkerung ist.“ [Dies schützt auch die heimische Industrie, die durch die Streichung der Zölle aufgrund des mittelamerikanischen Freihandels-Abkommens (CAFTA)] gefährdet ist]. (Radio La Primerisima, 21, 22. Aug.; El Nuevo Diario, 22. Aug.)
Neues über den Export
Das Tropische Agro-Wirtschaftsinstitut für Forschung und Ausbildung (CATIE), das in Costa Rica angesiedelt ist, hat eine Studie über die Auswirkungen der Klimaveränderung auf Nicaraguas Kaffee-Produktion durchgeführt. Die Studie ergab, dass eine Temperaturzunahme zwischen 1,5 und 3 Grad Celsius 40-60 % der Kaffee-Produktion Nicaraguas zerstören würde, besonders in den hohen, für den Feinschmecker-Markt produzierenden Lagen mit Qualitätskaffees. Norwin Sepulveda von CATIE sagte, „Deshalb ist es wichtig, angesichts der Klimaveränderung eine Strategie für die Kaffee-Industrie zu entwickeln.“ Kaffee ist Nicaraguas wertvollstes Exportgut.
Bezogen auf den Wert der Exporte ist Gold Nicaraguas drittwichtigstes Exportprodukt. Die Goldpreise haben eine neue Höhe erreicht, liegen über 1.800 US-$ pro Unze auf den internationalen Märkten, die auf der Sorge über die Weltwirtschaft und die starke Nachfrage von Indien und China motiviert sind. Die kanadische Gesellschaft B2Gold, die zwei Gruben in Nicaragua betreibt, plant, ihre Produktion von 135.000 2010 auf 145.000 Troy-Unzen (1 Troy-Unze = 31,1035g) 2011 zu erhöhen. Die Goldausfuhren nach Kanada sind um 129.8 % gestiegen, die Kanada zu einem der wenigen Länder machen, mit denen Nicaragua eine positive Leistungsbilanz hat. Insgesamt meldet die Zentralbank ein Handelsdefizit von 1,229 Milliarden US-$ für die erste Hälfte von 2011. (La Prensa, 18., 21. Aug.; Radio La Primerisima, 22. Aug.)
Diese wöchentliche Nachrichtensendung ist der Nachfolger des Nicaragua News Service und der Nicaragua Network Hotline. Diese Veröffentlichung kann vollständig oder teilweise reproduziert werden. Bitte wenden Sie sich an das Nicaragua Network, 1247 E Street, SE, Washington, DC 20003, e-mail: nicanet (at) afgj.org
Herausgeber der deutschsprachigen Übersetzung: Nicaragua-Forum Heidelberg. Tel.: 06221-472163, e-mail: info(at)nicaragua-forum.de V.i.S.d.P.: Rudi Kurz
Übersetzung: Wolfgang Schuler.
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